Familie

Mutter-Kind-Kur in Steinheid

30. November 2018

[Enthält Werbung durch Verlinkung] „Mit zwei Kleinkindern würde ich Ihnen keine Mutter-Kind-Kur empfehlen. Warten Sie lieber noch ein paar Jahre.“ Ich kann mich noch sehr genau an die Worte der Dame erinnern, die mich zu meinem Kur-Antrag beraten sollte. Innerlich fragte ich mich: Warum soll ich warten? Wieviel schlimmer soll es werden? Ich stehe seit gut 4 Jahren unter Strom – ja, oft selbst gemacht – aber der letzte Winter mit all seinen Krankheiten hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

Launisch, gereizt und schrecklich müde! So habe ich mich mit Schrecken gesehen, als ich Anfang des Jahres den Entschluss getroffen habe eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen.

 

Die Klinik Wahl

 

Natürlich haben mich die obigen Worte zum Nachdenken bewogen und ich habe im Internet wirklich viele Horror-Geschichten gelesen (das ist übrigens auch der Grund für meinen heutigen Bericht). Mir war schnell klar, dass ich mit der kleinen Locke und dem großen Bruder in kein Haus möchte, in dem wir völlig untergehen.

Es sollte klein, familiär und gemütlich werden. An der See gab es unter dieser Voraussetzung leider keine passenden Häuser mehr die in unserem Zeitraum frei waren, also haben wir uns kurzerhand eine Einrichtung im Thüringer Wald ausgesucht.

Den Platz im Gesundheitszentrum am Rennsteig habe ich für meinen Wunschtermin in den Herbstferien bekommen. (Zwischen Antragstellung und Anreise lagen dennoch ein paar Monate)

 

Die Anreise

 

In den Tagen vor der Mutter-Kind-Kur war ich ausnahmslos damit beschäftigt Wäsche zu waschen, Packlisten zu schreiben, Sachen zu suchen und mir Gedanken zu machen. War es wirklich die richtige Entscheidung? Doch jetzt gab es kein zurück mehr.

Am Anreisetag haben die kleine Locke und ich den großen Bruder im Kindergarten abgeholt und sind „über Land“ etwa 2 Stunden in unser neues Domizil gereist. Wir wurden wirklich sehr freundlich aufgenommen und waren über die großen Zimmer erfreut.

Zum Abendessen haben wir erstmals alle Familien gesehen (um die 30 Mütter mit ihren Kindern) und ich gebe zu, die Lautstärke war eine Klasse für sich. Meine Kinder haben mit offenen Mündern am Tisch gesessen und sich das Schauspiel um sich herum angesehen. Die Nacht lief entsprechend unruhig, ganz zu schweigen von dem ersten Morgen in der Kinderbetreuung. Alle Kinder haben geweint und die Erzieherinnen konnten gar nicht so viele Arme haben, wie nötig gewesen wären. Mein einziger Gedanke war: Warum hab ich das getan? (Und ich schätze damit war ich an dem Morgen nicht alleine.) Aber nun gut, da mussten wir jetzt durch.

Es gab ein sehr nettes Kennenlernen und als wir bei einem kleinen Rundgang die weitgehend entspannten, spazierenden Kinder sahen, waren die Mama-Herzen auch etwas beruhigter. Nichtsdestotrotz blieb bei mir ein flaues Gefühl, da die kleine Locke noch nie in Fremdbetreuung war und ich ihn gleich von morgens halb neun bis mittags um zwei abgeben „musste“.

 

 

Manchmal ist es Zeit für die Berge

 

Nach ein paar Tagen hatten wir uns nun aber alle eingelebt. Die Kinder spielten meistens zufrieden und die Anwendungen für uns Mamas nahmen ihren Lauf.

Ich hatte mir bewusst etwas Ruhe gewünscht und somit nur vormittags wenige Anwendungen bekommen. So konnte ich durchaus einen entspannenden Spaziergang durch die wunderbare Natur oder einen kleinen Saunagang genießen, bevor ich den Nachmittag mit meinen Zwergen verbrachte.

Das Programm konnte beliebig durch freiwillige Kurse und Angebote erweitert werden. Am Nachmittag auch oft und gerne mit den Kindern gemeinsam. Außerdem wurde einmal in der Woche ein Ausflug angeboten – Langweile war also fehl am Platz.

Und sollte es dennoch mal regnen, so befanden sich überall im Haus kleine Spielecken und ein Kids Club und das Highlight: Der neue Turnraum und das Schwimmbad.

So war der morgendliche Trennungsschmerz schnell vergessen und abends sind meine Kinder glücklich und zufrieden ins Bett gefallen.

Natürlich bin ich selbst auch nicht zu kurz gekommen. Neben einigen Entspannungsübungen, wurden mir wertvolle Tipps an die Hand gegeben und haben mich zur Selbstreflexion bewogen. Ich hoffe, ich kann die wunderbaren Projekt und Ideen die mir wirklich am Herzen liegen nun mit mehr Freude und Elan vorantreiben, denn nur eine glückliche Mama ist eine gute Mama!

 

Mutter-Kind-Kur mit Kleinkind

 

Was diese Kur mit mir gemacht hat? Eine ganze Menge! Ich kann mich noch gut an den ersten Moment in Ruhe erinnern, ich bin alleine durch den Wald gewandert und habe tief durchgeatmet. Das war ein so phantastischer Moment, die Kraft der Bäume und diese Stille – kann man fast gar nicht in Worte fassen. Es gab viele emotionale Momente, Selbstreflexion und Erkenntnisse! Das alles inmitten der vielen Familien und unterschiedlichen Mütter, Meinungen und an einem fremden Ort.

Ja, es war zugegeben nicht immer Sonnenschein. Es gab gute und weniger gute Tage, nichtsdestotrotz habe ich die Mutter-Kind-Kur, den Austausch und die Zeit MIT meinen Kindern in Steinheid genossen. Ich glaube es ist immer eine Sache der inneren Einstellung. Kleine Kinder kann man nicht einfach so abschieben um sich einen feinen Tag zu machen. Mir war es wichtig das nicht nur ich im Mittelpunkt stehe, sondern auch meine Kinder eine schöne Zeit haben – denn sind wir ehrlich: Eine Mama kann nur glücklich sein, wenn es auch den Kindern gut geht.

Das Gesundheitszentrum am Rennsteig bietet auf jeden Fall die besten Voraussetzungen um dies umzusetzen, letztendlich liegt es an jedem selbst, das Beste daraus zu machen.

Alles Liebe,

Kerstin

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  1. Hey… ein sehr schöner Bericht. Auch ich bin am überlegen eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen… als ich von meiner Krankenkasse angerufen wurde dazu, hätte sie auch gleich sagen können wissen sie vergessen sie es, sie bekommen das nicht genehmigt.. die Punkte die ich aufgezählt habe, wären nicht Grund genug… das hat mich an dem Tag in ein wirkliches Loch geworden und ich habe mir gedacht, was muss noch alles kommen, dass man als Mama mal eine Auszeit bekommt. Danke kerstin für den Bericht, ich werde es auf jeden Fall angehen…

    1. Die Krankenkasse hat mir auch versucht die Mutter-Kind-Kur auszureden mir entweder eine Kur für mich ODER meine Kinder empfohlen (Träger wäre in dem Fall die Rentenversicherung). Aber traue dich ruhig Widerspruch einzulegen. Ich kann dir hierzu gerne eine Adresse senden, welche mir für das Schreiben damals sehr geholfen hat.

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