Familie

Stillen und dann?

12. Januar 2018

Laut WHO wird empfohlen ein Baby 6 Monate voll zu stillen (oder natürlich mit entsprechender Nahrung zu füttern). Aber was passiert danach? Ich habe oft das Gefühl, dass sobald diese 6 Monate vorbei sind alle – wirklich ALLE – es gar nicht erwarten können, dem Kind was richtiges zum Essen zu geben. Kein Wunder, die Marketingstrategien der Brei-Hersteller werben ja schon ab dem 4. Monat damit und wenn man mit 7 Monaten immer noch voll stillt, dann fragt Tante Erna von nebenan auch schon ganz erschrocken ob das Kind denn jetzt noch davon satt wird.

Das soll jetzt keinesfalls eine Diskussion über Langzeitstillen oder ähnliches werden. Ich akzeptiere jede Frau und ihre Entscheidung! Ich finde es  fürchterlich wenn andere Mamas schiefe Blicke ernten und sich gar rechtfertigen müssen zur ihrem Still- oder auch Nicht-Stillverhalten.

Ich möchte dir heute stattdessen lieber die Möglichkeiten aufzählen die Eltern nach dem oder besser gesagt um den 6. Monat haben.

Wie haben wir es gemacht?

Zuerst ein paar Worte zu unseren ersten Breierfahrungen. Beim großen Bruder konnte ich es ehrlicherweise auch kaum abwarten endlich den ersten Brei zu füttern. So hat er den natürlich auch schon recht früh bekommen, rückblickend wahrscheinlich auch etwas zu früh – aber geschadet hat es ihm nicht. (Um dir gleich mal die Angst zu nehmen).

Wir haben also damals mit knapp 5 Monaten mit dem ersten Brei begonnen, zuerst kleine Portionen nur Gemüse. Selbstgekocht. Mit kleinen Schritten hat sich unser Erstgeborener zu einem guten Esser entwickelt und es gab eigentlich nie Probleme mit den gewünschten Mengen, Gemüse, Fisch, Fleisch – bis heute verputzt er ganz gute Mahlzeiten (auch wenn er mittlerweile etwas wählerischer geworden ist). Brav habe ich mich an alle „Pläne“ gehalten: Erst Gemüse, dann Gemüse mit Kartoffeln, dann Gemüse mit Kartoffeln und Fleisch. Vier Wochen später Abendbrei, nochmal vier Wochen später Nachmittagsbrei, and so on…

Der kleine Bruder hingegen durfte (wie in eigentlich allen Lebenslagen) die Gelassenheit einer Zweifach-Mama erleben. Als die Ärztin bei der Vorsorgeuntersuchung fragte ob das 6 Monate alte Baby denn nun schon Brei bekäme, sagte ich: Nur mit der Ruhe, jetzt fahren wir erstmal in den Urlaub, danach fangen wir langsam an.

So tat ich es dann auch. Der kleine Bruder war also bereits 6 Monate alt als es los ging. Wie ich inzwischen durch einen Beikost-Abend bei der Hebamme lernen durfte, waren auch die Hälfte aller Regeln wieder über Bord geworfen worden. Man beachte: Meine Kinder sind nur knappe 2,5 Jahr auseinander!

Also „durften“ wir direkt mit Gemüse-Kartoffelbrei starten. Man muss nun auch nicht mehr jede Woche ein neues Gemüse einführen – alles völlig überholt…

Zum Glück ist auch der Babyjunge ein prima Esser, also hatten wir auch dieses Mal keine Probleme mit dem Brei.

Allerdings wollte ich eigentlich gerne mehr nach dem Baby Led Weaning-Prinzip füttern – also breifrei! (Dazu gibt es bald an anderer Stelle mehr). Aber irgendwie hatten weder der Babyjunge noch ich Zeit und Geduld für solche Experimente – was nicht heißen soll, dass er hin und wieder Fingerfood zum ausprobieren bekommt.

Gut, also bekam er irgendwann um den 7. Monat Mittagsbrei. Doch irgendwie hatte ich bereits nach knapp 3 Wochen das Gefühl er würde auch gegen etwas Griesbrei am Abend nichts einzuwenden haben. Also haben wir da nicht die gewünschten 4 Wochen gewartet und – um die Spannung vorweg zu nehmen – auch nachmittags haben wir keine weiteren 4 Wochen gewartet. Mittlerweile futtert bzw. „knätscht“ er übrigens gerne auch Brot und Obst und liebt Zwieback.

Im Gegensatz zum 1. Kind sehe ich nun vieles entspannter und es stellen sich (wahrscheinlich auch durch den Alltag mit zwei Kids) manche Fragen und Gedanken gar nicht mehr. Es wird nicht starr nach Uhrzeit oder aufs Gramm genau gemessen und gegessen.

Und weißt du was: Dem Mini-Mann geht es gut damit, es fehlt ihm an nichts!

Und die Moral von meiner Geschichte?

Mach dich einfach nicht so verrückt. Wir Mütter (und natürlich auch Väter) machen uns über so viele Sachen viel, zu viele Gedanken. Versuche einfach auf dein Bauchgefühl zu hören und nicht auf die Gläschen-Industrie.

Ganz egal ob selbstgekocht oder selbstgekauft – verliere nicht den Spaß an der Sache und lasst euch nicht stressen, dann klappt das auch mit dem Brei – und wenn es eben noch nicht klappt, dann gebt euch noch etwas Zeit! Macht eine Pause und versucht es nach ein paar Tagen wieder. Mein Patenkind war auch eher „ein schlechter Esser“ und ist heute trotzdem groß…

Und im Zweifel stehen dir Hebamme und Kinderarzt sicher gerne zur Verfügung.

Also, ran an die Löffel und los!

Alles Liebe,

Kerstin

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